Jede Woche eine grüne Tat

Kleidung als Wegwerfware

… und wie mit Altkleidung am Besten zu verfahren ist.

Das Foto zeigt Massen von Altkleidung aus Europa auf einem der Souks in Fes (Marokko), die für wenige Euros an dortige Einwohner weiterverkauft werden. Woher die Kleidung stammt? Von uns! Zum größten Teil gut erhalten oder gar kaum getragen haben wir diese einst in blaue Säcke gepackt und unbedacht in einer der vielen Altkleidercontainer getan. Wen wundert’s, dass seither ein lukratives Geschäft mit eben dieser Kleidung getrieben wird. (Doku-Tipp am Rande: die NDR–Doku „Die Altkleiderlüge“). So sind viele Altkleidercontainer mittlerweile kommerzialisiert. Die Anbieter verkaufen so gut erhaltene Kleider an Secondhandläden oder nach Osteuropa. Weniger qualitative Kleidung werden über Container nach Teile Asiens bzw. Afrikas verschifft, wo sie die heimische Textilindustrie rapide zerstören. So gelangen bspw. nur 10% der Kleider aus dem Deutschen-Roten-Kreuz Containern tatsächlich in Kleiderkammer für Bedürftige. Der Rest wird – aufgrund der Masse und des Profits – ins Ausland weiterverkauft.

Also festhalten: Nein! Nicht alle gespendeten Kleider, die wir in Altkleidercontainern legen, gelangen kostenfrei zu Bedürftigen. Dafür sind es einfach zu viele, immerhin tragen wir knapp 40% unserer Kleidung nicht regelmäßig (< 2-mal im Jahr). Fast-Fashion-Zeitalter lässt grüßen (Die Devise: Möglichst billig und viel und möglichst kurz oder nie tragen!)

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Fez, Marokko 2016

Fakt ist: Selbstverständlich helfen Altkleidercontainer der Umwelt, verhindern sie doch, dass zum Teil unnötig gekaufte Kleidung nicht auch unnötigerweise verbrannt werden muss, indem sie weiter verwertet werden. Noch sinnvoller wäre es, wenn die Bekleidung bewusster eingekauft und länger getragen werden würde. Unter uns: Wann hast Du das letzte Mal etwas zum Schneider oder Schuster gebracht?

Doch wohin denn nun mit den Altkleidern? Und woran dubiose Altkleidercontainer erkennen?

  • Über Fairwertung erfahrt ihr, wo in eurer Nähe legal aufgestellte Container stehen als auch, wo eure Kleidung zum Teil landet. Zudem erfährt ihr, wo die nächste regionale Annahmestelle bzw. Kleiderkammer zu finden ist.
  • Kleiderstiftung ist für all jene geeignet, die in ihrer Umgebung keinen vertrauenswürdigen Container finden und dennoch sicherstellen wollen, dass ihre Kleiderspende ankommt. Dort erhält ihr nämlich die Möglichkeit, eure Kleiderspende, sofern nicht anders möglich, per kostenlosen Paketversand einzusenden.
  • Weitere Empfehlungen:  https://utopia.de/ratgeber/richtig-kleider-spenden/

Unter Ratschlag:
Auch mal gebraucht kaufen, reparieren (auch kostenfrei über Recycle-Cafés) oder tauschen! Und immer schön im Hinterkopf behalten

„Art these things really better than the things I already have? Or am I just trained to be dissatisfied with what I have now?”
(Chuck Palahniuk)


Autor: greenukum

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3 Kommentare zu „Kleidung als Wegwerfware

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